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Der Hersfeld-Preis für Schauspieler

Eine neue Aufgabe für die „Gesellschaft“ tat sich im Jahre 1961 auf.

Als während der Festspiele 1961 anläßlich eines Presseempfanges im Kurhotel die  Journalisten und Theaterkritiker Kurt Heinze, Dr. E. F. Klein und der Journalist und Dramaturg Heinrich Heym verkündeten, einen Hersfeld-Preis für Schauspieler ins Leben zu rufen, wurde diese Absicht sehr begrüßt.

Großer Hersfeld-Preis

Für die Realisierbarkeit gab es noch keine feste Vorstellung. Auf alle Fälle sollte es ein Preis sein, der ausschließlich von deutschsprachigen Theaterkritikern ohne finanziellen Aufwand oder Hintergrund vergeben werden sollte.

Es wurde hierüber in einem größeren Kreis von Theaterkritikern nachgedacht. Nach weiterer Fühlungnahme mit namhaften Journalisten wurde zunächst das Ziel formuliert: der Preis sollte eine Anerkennung der Kritik sein für eine Leistung von hohem Niveau auf einer sommerlichen Sprechbühne! Es sollte auch Anreiz sein, die Festspiel-Idee zu festigen, und Hilfestellung, in Bad Hersfeld einen weltweit interessanten Spielplan aufzubauen und durchzuhalten.

Der Journalist Heinrich Heym trug der Mitgliedersammlung der „Gesellschaft“ den Gedanken der Preisverleihung vor. Nachdem die Kritiker Mut zum Experiment hatten, war dies nun auch bei der „Gesellschaft“ der Fall. Der Magistrat der Stadt Bad Hersfeld zeigte ebenfalls Weitsicht und sagte zu, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Der Frankfurter Bildhauer Günter Berger stellte 1961 zwei Entwürfe einer Preisplakette vor. Der ausgewählte Entwurf besteht aus einem Fries aus Theatermasken. Professor Hans Mettel, Lehrer an der Staedelschen Kunstakademie Frankfurt, empfahl sie mit hohem Lob.

Später wurde eine Vereinbarung zwischen der Jury, der Stadt und der „Gesellschaft“ getroffen und klare Bestimmungen für den Preis und die Preisverleihung festgelegt. Der Preis wird in zwei Stufen verliehen:

Der „Große Hersfeld-Preis“:
er zeigt vier expressionistische Theatermasken.

 

Der „Hersfeld-Preis“ für eine herausragende Nebenrolle trägt das Motiv zweimal. Fotos: Steffen Sennewald

 

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Die Masken sind in ihrer Ausdrucksstärke Sinnbilder für die an der Spielstätte der Siftsruine geforderten Leistungen in Mimik, Gestik, Ton und Sprache.

Bei der Stiftung des Hersfeld-Preises war von Anfang an nicht beabsichtigt, die bei den Festspielen mitwirkende schauspielerische Prominenz noch einmal herauszustellen, sondern es sollte, damals wie heute, eine Schauspielerin oder ein Schauspieler geehrt werden, denen es gelang, den besonderen Anforderungen dieser großen und besonderen Freilichtbühne zu entsprechen und die Aufgabe, die sich durch diese Besonderheiten stellte, zu meistern.

Am 14. Juli 1962 wurde der „Große Hersfeld-Preis für Schauspieler“ von der Jury zum ersten Mal an Hans Caninenberg als „Graf von Leicester“ in Schillers „Maria Stuart“ verliehen. Das Preisgericht bestand aus den Herren: Heinrich Heym, Frankfurt/M.; Hans Elsner, Zürich; Paul Hübner, Düsseldorf; Johannes Jakobi, Hamburg; Walter Karsch, Berlin; Dr. Rolf Michaelis, Stuttgart; Gerhard Schön; Dr. Friedrich A. Wagner, Frankfurt.

Die erste Verleihung des Hersfeld-Preises fand im ganzen Bundesgebiet in hunderten von Zeitungen ein gutes Echo. Das Fernsehen brachte eine Reportage und der Hessische Rundfunk eine Sendung aus dem Kurhotel.